Ratgeber · Wechsel
Riester-Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen
Ab dem 1. Januar 2027 kannst du deinen Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot überführen. Dieser Leitfaden erklärt Ablauf, Kosten, die 5-Jahres-Regel, was mit deinen Zulagen passiert und wie die spätere Auszahlung der Riester-Rente funktioniert.
Warum überhaupt wechseln?
Riester-Verträge sind häufig teuer (Abschluss- und Vertriebskosten, Garantiekosten) und investieren überwiegend konservativ. Das neue Altersvorsorgedepot erlaubt echtes ETF-Sparen ohne Versicherungsmantel, mit einem gesetzlichen Kostendeckel von 1,0 % p. a. im Standarddepot. Wer die Renditechancen der Aktienmärkte nutzen möchte, kann durch den Wechsel über Jahrzehnte deutlich mehr Vermögen aufbauen — bei meist niedrigeren laufenden Kosten.
Bleiben Zulagen und Steuervorteile erhalten?
Ja. Bereits erhaltene Grund- und Kinderzulagen sowie Sonderausgabenabzüge bleiben bei einer Übertragung in das Altersvorsorgedepot erhalten — es handelt sich nicht um eine schädliche Verwendung. Das angesparte Kapital wird zweckgebunden weitergeführt und unterliegt weiterhin der nachgelagerten Besteuerung in der Auszahlungsphase.
Die 5-Jahres-Regel: wann der Wechsel kostenlos ist
Hat dein Riester-Vertrag beim bisherigen Anbieter mindestens fünf Jahre bestanden, ist die Übertragung in das Altersvorsorgedepot kostenlos. Davor können Wechselgebühren des bisherigen Anbieters anfallen; die Höhe variiert je nach Vertrag. Prüfe deshalb vor dem Wechsel das Vertragsalter und mögliche Wechselkosten in deinen Vertragsunterlagen.
Schritt für Schritt: so läuft der Wechsel ab
- Neues Altersvorsorgedepot eröffnen — ab 2027 bei einem zertifizierten Anbieter (Broker, Bank oder Fondsgesellschaft).
- Übertragungsauftrag stellen — der neue Anbieter holt das Kapital direkt beim bisherigen Riester-Anbieter ab. Du musst den Altvertrag nicht selbst kündigen.
- Altvertrag wird abgewickelt — das angesparte Kapital inklusive Zulagen wird in dein neues Depot übertragen und dort in ETFs investiert.
- Zulagenantrag aktualisieren — der neue Anbieter übernimmt in der Regel den Dauerzulagenantrag, sodass die jährliche Zulage automatisch weiterläuft.
Auszahlung der Riester-Rente nach dem Wechsel
Auch nach der Übertragung gilt: Das Kapital ist zweckgebunden für die Altersvorsorge. Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 65. Lebensjahr (bei vorgezogener gesetzlicher Altersrente entsprechend früher), spätestens ab 70. Du kannst zwischen einem Entnahmeplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr, einer Leibrente oder einer Kombination wählen — bis zu 30 % des Depotwerts darfst du als Einmalbetrag entnehmen. Die Auszahlungen werden nachgelagert mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert; Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen nicht an.
Wann lohnt sich der Wechsel — und wann nicht?
Eher wechseln, wenn dein Riester-Vertrag teuer ist, die Rendite enttäuschend war, du noch viele Jahre bis zur Rente hast und du Schwankungen am Aktienmarkt aushalten kannst. Eher behalten, wenn du kurz vor dem Renteneintritt stehst, eine hohe garantierte Verrentung im Altvertrag hast oder die Wechselkosten aktuell hoch sind (z. B. weil der Vertrag noch keine fünf Jahre läuft). In Zweifelsfällen lohnt sich eine unabhängige Beratung.
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Stand: Juni 2026. Allgemeine Information, keine Anlage- oder Steuerberatung.