Rechner · Zulage · Netto · Riester · Kosten · Stand 05.10.2026

Altersvorsorgedepot-Rechner 2027: Zulage, Nettovorteil & Riester-Vergleich

Stand: 05.10.2026 · Gesetz: BGBl. I 2026 Nr. 156 · Annahmen offen gelegt

Mit diesem Rechner beantwortest du vier Fragen: Wie viel Zulage bekomme ich? Was bringt das Altersvorsorgedepot (AVD) netto gegenüber einem freien ETF-Sparplan? Lohnt sich der Wechsel aus meinem Riester-Vertrag? Und wie stark fressen Kosten mein Endkapital? Ich habe den Rechner gebaut, weil ich als Solo-Selbstständiger genau diese Fragen für mich selbst durchspielen wollte. Er ersetzt keine Beratung, aber er zeigt dir ehrlich, welche Annahme welches Ergebnis treibt.

Welchen Modus brauchst du?

Deine FrageModusAnker
Wie viel Zulage und Steuerersparnis bekomme ich?Zulage#zulage
Lohnt sich das AVD gegenüber meinem ETF-Sparplan?Nettovorteil vs. ETF#netto
Riester behalten oder in die neue Förderung?Riester alt vs. neu#riester
Was kosten 0,5 Prozentpunkte Effektivkosten über 30 Jahre?Kosten-Hebel#kosten

Wenn du noch gar nicht weißt, ob du förderberechtigt bist, starte mit Wer ist berechtigt? oder dem Quiz. Selbstständige finden die Voraussetzungen auf Altersvorsorgedepot für Selbstständige.

Zulage berechnen: Grundzulage, Kinder, Bonus

Der Zulage-Modus rechnet nach den Regeln aus §§ 84–86 EStG n.F.:

  • ·Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, 25 % auf den Teil von 360,01 € bis 1.800 €, also höchstens 540 €.
  • ·Kinderzulage: 1 € je eingezahltem Euro, höchstens 300 € je Kind.
  • ·Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 €, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres noch nicht 25 bist.
  • ·Mindesteigenbeitrag: Unter 120 € im Jahr gibt es keine Grund- und keine Kinderzulage. Ab 120 € wird nach Staffel gerechnet.
  • ·Günstigerprüfung: Der Sonderausgabenabzug umfasst bis zu 1.800 € Eigenbeitrag plus die Zulagen, ohne Kinder also bis 2.340 €. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulage, bekommst du die Differenz über die Steuererklärung.

Einen Geringverdiener-Bonus gibt es nicht, auch wenn du in manchen Rechnern noch eine Checkbox dafür findest. Die 175 €, die gelegentlich kursieren, sind der Höchstbetrag für mittelbar berechtigte Ehepartner. Die Herleitung aller Regeln steht auf Förderung.

Unter 120 €/Jahr (10 €/Monat) gibt es keine Zulage. Volle Grundzulage ab 1.800 €/Jahr (150 €/Monat). Einzahlen darfst du bis 6.840 €/Jahr, gefördert werden 1.800 €.

Kinder mit Kindergeldanspruch

Für die Günstigerprüfung, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Deine Förderung pro Jahr (Modell)

702 €
Zulagen + zusätzliche Steuererstattung
Grundzulage
540 €
Kinderzulage (0 Kinder)
0 €
zusätzliche Erstattung (Günstigerprüfung)
162 €
Berufseinsteigerbonus (einmalig)
0 €

Kein Geringverdiener-Bonus: Den gibt es im Gesetz nicht.

Anbieter-Monitor ansehen

Nettovorteil vs. ETF

Der Netto-Modus vergleicht zwei Wege mit demselben Monatsbetrag: das AVD mit Zulagen, Steuererstattung und nachgelagerter Besteuerung der Auszahlung gegen einen freien ETF-Sparplan mit Abgeltungsteuer auf die Erträge. Mit den Voreinstellungen (250 € im Monat, 42 % Grenzsteuersatz, 25 Jahre, 6 % Rendite, 25 % Steuersatz im Alter) zeigt das Modell einen deutlichen Vorteil fürs AVD, weil Zulagen und Erstattungen über 25 Jahre mitwachsen.

Zwei Dinge musst du dabei wissen. Erstens ist dein Steuersatz im Alter die wichtigste Stellschraube: Je höher er ist, desto kleiner wird der Vorteil. Zweitens ist das Geld im AVD bis zur Auszahlphase gebunden, frühestens ab 65. Den ausführlichen Vergleich mit zehn Kriterien liest du auf Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan?. Für hohe Gewinne und die Frage nach Basisrente gibt es Altersvorsorgedepot oder Rürup?.

Dein Steuersatz heute — je höher, desto stärker wirkt der Sonderausgabenabzug.

Im Alter meist niedriger als heute — das ist der Kern der nachgelagerten Besteuerung.

Modellrechnung · Nettovorteil gegenüber ETF-Depot

21.342 €
mehr als im normalen ETF-Depot (netto, am Ende der Laufzeit)
Altersvorsorgedepot (netto)
177.446 €
Normales ETF-Depot (netto)
156.105 €
Staatliche Zulagen gesamt
13.500 €
Steuererstattungen gesamt
11.070 €
Break-even
ab Jahr 1
Passenden Anbieter finden
Annahmen dieser Modellrechnung
  • Zulage gestaffelt: 50 % bis 360 €, dann 25 % bis 1800 € Eigenbeitrag pro Jahr; darüber ungefördert.
  • Günstigerprüfung vereinfacht (§ 10a EStG): Steuererstattung oberhalb der Zulage wird jährlich in ein normales ETF-Depot investiert. Abzugsbasis = 1800 € geförderter Eigenbeitrag + Zulagen — laut BMF ohne Kinderzulage also höchstens 2.340 €/Jahr. Die 6840 €/Jahr sind die Grenze der Einzahlung, nicht des Abzugs.
  • Altersvorsorgedepot: gesamtes Kapital wird in der Auszahlphase mit deinem Renten-Steuersatz besteuert (vereinfachend als Einmalwert).
  • ETF-Depot: Gewinne mit 26,38 % Abgeltungsteuer nach 30 % Teilfreistellung; Vorabpauschale und Sparerpauschbetrag nicht berücksichtigt.
  • Jährliche Verzinsung, Einzahlung zum Jahresanfang, konstante Rendite — reale Verläufe schwanken.
  • Keine Anlage- oder Steuerberatung; Prognosen sind keine Zusagen.

Riester behalten vs. neue Förderung / Übertrag

Dieser Modus ist neu. Er vergleicht, was dein Riester-Vertrag im alten Recht an Zulage bringt, mit dem, was derselbe Beitrag in der neuen Förderung bringen würde. So funktioniert die Logik:

  • ·Alt (Riester bis 2026): Grundzulage 175 €, Kinderzulage 300 € (Kinder ab 2008) bzw. 185 € (vor 2008). Volle Zulage nur, wenn du den Mindesteigenbeitrag zahlst: 4 % deines Vorjahreseinkommens, höchstens 2.100 €, minus Zulagen, mindestens 60 € Sockel. Zahlst du weniger, wird anteilig gekürzt (§ 86 EStG).
  • ·Neu (ab 2027): Staffel wie im Zulage-Modus, kein Einkommensbezug, aber 120 € Mindesteigenbeitrag.

Zwei Beispiele, die die Spannweite zeigen:

FallAlt (Riester)Neu (bei gleichem Beitrag)
40.000 € Vorjahreseinkommen, keine Kinder, 1.200 € Beitrag≈ 147 € (175 € × 1.200/1.425)390 €
Geringes Einkommen, 3 Kinder ab 2008, 60 € Sockelbeitrag1.075 €0 € (unter 120 €)
derselbe Fall mit 120 € Beitrag–420 € (60 € + 3 × 120 €)
derselbe Fall mit 300 € Beitrag–1.050 € (150 € + 3 × 300 €)

Das zweite Beispiel ist der wichtigste Grund, warum der Rechner nicht einfach „wechseln“ ausgibt: Wer wenig verdient und mehrere Kinder hat, fährt im alten Riester-Recht mit dem 60-€-Sockel oft besser. Der Wechsel in die neue Förderung ist unwiderruflich und wirkt für alle deine Riester-Verträge. Die vier Wege (plus eine fünfte Option) und die Kostenfragen stehen auf Riester wechseln oder behalten?.

Kinder ab 2008 geboren
Kinder vor 2008 geboren

Zulage pro Jahr bei gleichem Beitrag

Alt (Riester bis 2026)
147 €
Mindesteigenbeitrag alt
1.425 €
Neu (ab 2027)
390 €
davon Grund- / Kinderzulage
390 € / 0 €

Die neue Förderung bringt 243 € mehr Zulage im Jahr.

Nur die Zulage, ohne Kosten, Garantien und Rentenfaktor deines Altvertrags. Der Wechsel in die neue Förderung ist unwiderruflich und gilt für alle Riester-Verträge. Alt-Formel vereinfacht nach § 86 EStG (Mindesteigenbeitrag und 60-€-Sockel)

Volle Logik: Riester wechseln oder behalten?

Kosten-Hebel

Kosten sind der Teil, den du bei gleicher Rendite selbst steuern kannst. Der Kosten-Hebel zeigt, was unterschiedliche Effektivkosten am Ende ausmachen. Eine Beispielrechnung mit offenen Annahmen: 150 € Eigenbeitrag plus 45 € Zulage im Monat (also 1.800 € plus 540 € im Jahr), 30 Jahre, 6 % Bruttorendite, monatliche Verzinsung, keine Steuern:

Effektivkosten p.a.Endkapital (Modell)Abstand zu 0,2 %
0,2 %rund 188.600 €–
0,5 %rund 178.200 €rund −10.400 €
1,0 %rund 162.300 €rund −26.300 €

Wichtig: Die 1,0 % sind der gesetzliche Deckel nur für das Standarddepot (§ 2a Abs. 2 AltZertG n.F.). Im freien Depot und bei Garantieprodukten gibt es keinen Deckel, dort kann der Regler deshalb auch höher liegen. Was die Kostenarten bedeuten, steht auf Altersvorsorgedepot-Kosten, die Produktvarianten auf Standarddepot. Echte Konditionen einzelner Anbieter findest du im Anbieter-Monitor. Der Rechner übernimmt sie nicht automatisch.

1,0 % ist der gesetzliche Deckel nur fürs Standarddepot. Kein Anbieter-Preset.

Endkapital (Modell, keine Prognose)

178.154 €
bei 0,5 % Effektivkosten · Abstand zu 0,2 %: -10.398 €
0,2 %
188.552 €
0,5 %
178.154 €
1,0 %
162.290 €

Monatliche Einzahlung und Verzinsung, Kosten als Abzug von der Rendite, keine Steuern.

So rechnet der Rechner

  • ·Zulagen nach §§ 84–86 EStG n.F. (BGBl. I 2026 Nr. 156), Mindesteigenbeitrag 120 €.
  • ·Günstigerprüfung: Abzug bis 1.800 € plus Zulagen. Erstattung = Grenzsteuersatz × Abzugsbetrag − Zulagen, wenn positiv. Vereinfacht linear mit deinem Grenzsteuersatz, ohne Solidaritätszuschlag.
  • ·Rendite: konstante Jahresrendite, monatliche Verzinsung, Kosten als Abzug von der Rendite.
  • ·Auszahlphase: Netto-Modus mit pauschalem Steuersatz im Alter (Eingabe). Keine Kranken- und Pflegeversicherung.
  • ·Abgeltungsteuer im ETF-Vergleich: Default 25 % ohne Soli und ohne Kirchensteuer, Teilfreistellung für Aktien-ETFs optional.
  • ·Zwei Verträge: Gefördert werden höchstens zwei neue Verträge, mit je bis zu 6.840 € Einzahlung, die Förderung gilt aber insgesamt nur für 1.800 € Eigenbeitrag. Ein Zwei-Verträge-Modus kommt später.

Eine ausführliche Methodik-Dokumentation ist geplant.

Beispiele

Solo-Selbstständig, 1.800 € im Jahr, keine Kinder (Zulage 540 €, Abzug bis 2.340 €, ohne Soli):

GrenzsteuersatzZulagezusätzliche ErstattungFörderung gesamt
30 %540 €162 €702 €
42 %540 €443 €983 €
45 %540 €513 €1.053 €

Ab etwa 23 % Grenzsteuersatz lohnt sich ohne Kinder der Sonderausgabenabzug zusätzlich zur Zulage.

Familie mit zwei Kindern, 1.800 € im Jahr: Zulagen 540 € + 600 € = 1.140 €. Abzug bis 2.940 €. Bei 42 % kommen noch 95 €, bei 45 % 183 € Erstattung dazu. Mit Kindern liegt der Break-even bei rund 39 %, die Zulage ist hier fast immer der größere Teil.

Riester-Gegenbeispiel: geringes Einkommen, drei Kinder, 60 € Sockelbeitrag. Alt 1.075 € Zulage, neu bei 60 € gar nichts, bei 300 € Beitrag 1.050 €. Erst rechnen, dann entscheiden (siehe #riester).

Was der Rechner nicht kann

  • ·Kranken- und Pflegeversicherung im Alter: nicht berücksichtigt. Für freiwillig gesetzlich Versicherte ist die Beitragspflicht auf AVD-Leistungen noch offen.
  • ·Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer: nicht berücksichtigt.
  • ·Anbieterkosten: nur, wenn du sie eingibst. Wir hinterlegen keine Anbieter-Presets, weil die meisten Häuser noch keine vollständigen Effektivkosten veröffentlicht haben.
  • ·Individuelle Steuerberechnung: Der Rechner arbeitet mit deinem Grenzsteuersatz, nicht mit deinem kompletten Steuerbescheid.
  • ·Auszahlplan-Monatsrente: folgt in einer späteren Version.
  • ·Frühstartrente: eigenes Programm für Kinder, siehe Frühstartrente.

Wenn du nach dem Rechnen loslegen willst: Was ab dem 01.01.2027 geht und was vorher nicht, steht auf Altersvorsorgedepot eröffnen.

Häufige Fragen

Wie wird die Grundzulage berechnet?+

50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr und 25 % auf den Teil bis 1.800 €. Bei 1.800 € sind das 180 € + 360 € = 540 €. Voraussetzung ist ein Mindesteigenbeitrag von 120 € im Jahr, darunter gibt es keine Zulage.

Warum weicht mein Ergebnis von Finanztip oder Finanzfluss ab?+

Meist wegen der Annahmen: Rendite, Kosten, Steuersatz im Alter, Soli und Kirchensteuer, Teilfreistellung im ETF-Vergleich, Laufzeit. Wir rechnen standardmäßig ohne Soli und ohne Anbieterkosten. Schalte die Annahmen gleich, dann liegen die Ergebnisse meist nah beieinander.

Kann ich Riester mit dem Altersvorsorgedepot vergleichen?+

Ja, im Modus #riester. Er vergleicht die Zulage alt und neu bei gleichem Beitrag. Grenzen: Er berücksichtigt keine Garantiekosten, Abschlusskosten oder Rentenfaktoren deines Altvertrags. Die Formel für das alte Recht ist vereinfacht (§§ 84 bis 86 EStG in der bis 2026 geltenden Fassung). Für die Entscheidung brauchst du die Standmitteilung deines Vertrags.

Sind Anbieterkosten enthalten?+

Nur, wenn du sie eingibst. Standardmäßig steht das Kostenfeld auf 0. Konkrete Konditionen findest du im Anbieter-Monitor, einen Überblick über Kostenarten auf Kosten.

Gibt es einen Geringverdiener-Bonus?+

Nein. Im verkündeten Gesetz gibt es keinen Geringverdiener-Bonus. Gefördert werden Grundzulage, Kinderzulage und einmalig der Berufseinsteigerbonus von 200 €. Die 175 € sind nur der Deckel für mittelbar berechtigte Ehepartner.

Quellen & Stand

Stand: 05.10.2026. Modellrechnungen, keine Prognose. Allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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